Johanna Scholz-Jahn

Cafégarten, 1930

Gemälde von Johanna Scholz-Jahn, Öl auf Leinwand, 66 x 82 cm

Johanna Scholz-Jahn (1892–1990), Cafégarten, 1930

© unbekannt; Repro: Kai-Annett Becker
Gattung Gemälde
Material Öl auf Leinwand
Maße 66 x 82 cm
Signatur signiert unten rechts: Joh. Scholz-Jahn

Restauriert mit Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung

Forschungsstand

Die Provenienz ist geklärt. Das Werk gilt nicht als NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut.

© Repro: Kai-Annett Becker

Späte Würdigung

1979, die Künstlerin war 87 Jahre alt, fand vom 22. Februar bis 30. März in der Musikschule Berlin-Zehlendorf eine Ausstellung mit Gemälden und Zeichnungen von Johanna Scholz-Jahn statt. Sie hatte die Werke  zwischen 1912 und 1978 geschaffen; auch „Cafégarten“ von 1930 sowie eine spätere Fassung des Motivs aus dem Jahr 1935 waren zu sehen.

Vor Beginn der Ausstellung hatte Eberhard Roters (1929–1994) die Künstlerin besucht, die ihm einige ihrer Bilder präsentierte. Der damalige Direktor der Berlinischen Galerie notierte sich die für ihn interessantesten Werke. Scholz-Jahn entschloss sich, der jungen Berlinischen Galerie drei ihrer Gemälde zu schenken: den „Cafégarten“, den „Stralauer Fischzug“ und „Borkum“.

Brief, Schreibmaschine auf Papier

Brief von Eberhard Roters an die Künstlerin Johanna Scholz-Jahn, in dem er die bereits mündlich getroffene Schenkungsvereinbarung schriftlich festhält, 18. September 1979. Bei der Datierung von „Cafégarten“ durch Roters auf „um 1939“ handelt es sich vermutlich um einen Fehler.

Brief von Eberhard Roters an Johanna Scholz-Jahn, 18.9.1979

© Repro: Anja Elisabeth Witte
Brief, Schreibmaschine auf Papier

Seite 2 des Schenkungsvertrags

Brief von Eberhard Roters an Johanna Scholz-Jahn, 18.9.1979

© Repro: Anja Elisabeth Witte

Dank ihres Vaters August Scholz (1857–1923), Schriftsteller und bekannter Übersetzer russischer Literatur, wuchs Johanna Scholz-Jahn in Kunst- und Literaturkreisen auf. Früh nahm sie Kunstunterricht in verschiedenen Berliner Privatateliers und studierte dann bei dem Berliner Secessionisten Philipp Franck (1860–1944) sowie bei Willi Maillard (1879–1945). Neben ihrer Tätigkeit als Malerin arbeitete sie als Kunsterzieherin. 

1933 wurde Scholz-Jahn entlassen, nachdem die Nationalsozialisten die Bestimmungen gegen die Berufstätigkeit verheirateter Beamtinnen und Lehrerinnen verschärft hatten. Dies war eine von vielen Maßnahmen, Frauen aus dem Berufsleben zu drängen. In den Kriegsjahren entstanden nur einige Porträts. Nach 1945 war Johanna Scholz-Jahn zwar weiterhin künstlerisch tätig, Ausstellungen kamen jedoch zunächst nicht zustande.

1980, ein Jahr nach der großzügigen Schenkung von Scholz-Jahn, wurden zwei ihrer Werke, „Stralauer Fischzug“ und „Cafégarten“, in der Ausstellung „Kunst in Berlin von 1930 bis 1960“ in der Berlinischen Galerie präsentiert. Nun, etwa 40 Jahre später, ist „Cafégarten“ erneut zu sehen.

Gemälde von Johanna Scholz-Jahn, Öl auf Leinwand, 75 x 90 cm

„Stralauer Fischzug“, Öl auf Leinwand, entstanden 1940, ist ein weiteres der drei Gemälde, die Johanna Scholz-Jahn der Berlinischen Galerie im Jahr 1979 schenkte.

Johanna Scholz-Jahn, Stralauer Fischzug, 1940

© unbekannt, Repro: Kai-Annett Becker

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