Herrmann Moest

Porträt der Sängerin N. Kraeft-Bengson, 1930

Gemälde von Hermann Moest, Öl auf Leinwand, 100 x 75 cm

Hermann Moest (1868–1945), Porträt der Sängerin N. Kraeft-Bengson, 1930

© Urheberrechte am Werk erloschen, Repro: Kai-Annett Becker
Gattung Gemälde
Material Öl auf Leinwand
Maße 100 x 75 cm
Signatur unbezeichnet

Forschungsstand

Die Provenienz ist geklärt. Das Werk gilt nicht als NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut.

© Repro: Kai-Annett Becker

Über die von Hermann Moest porträtierte Sängerin Nessa Kraeft-Bengson ist nur wenig bekannt. Bislang fehlen auch ihre Lebensdaten. Eine Spur zu ihrer Biografie findet sich im Programm der Städtischen Bühnen Rostock 1926/27: Nessa Bengson wird als Larina in der Oper „Eugen Onégin“ von Peter Tschaikowski angekündigt.

Doppelseite eines Konzertheftes mit Text, Druck, Papier

Das Programm der Städtischen Bühnen Rostock mit der Ankündigung von Nessa Bengson

Das Programm der Städtischen Bühnen Rostock mit der Ankündigung von Nessa Bengson

© Repro: Leo Beck Institute Archives
Autogrammkarte mit Abbildung einer Frau und Unterschrift

Noch in den 1950er Jahren verschickt. Eine Autogrammkarte der jungen Nessa Bengson

Autogrammkarte von Nessa Bengson

© Repro: Berlinische Galerie

Schon Anfang der 1930er-Jahre, als Herrmann Moest (1868–1945) sie mondän gekleidet porträtierte, lebte die Opernsängerin Nessa Kraeft-Bengson in Berlin-Charlottenburg, in der Mommsenstraße 13. Ob sie das Gemälde selbst beauftragte oder als Geschenk erhielt, ließ sich nicht ermitteln. Fest steht, sie behielt es ihr Leben lang. Als ihre Tochter Kraeft-Bengsons letzte Wohnung in der Leibnizstraße unweit der früheren Adresse auflöste, befand sich das Gemälde im Nachlass.

Das Porträt war stark beschädigt. Wie es dazu kam, ist nicht bekannt. Risse und Abschürfungen zeugen vielleicht von Ereignissen in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs oder von einem problematischen Transport.

Auf dem Keilrahmen fand sich ein Brief zur Provenienz. So verkürzten sich die üblicherweise nötigen Recherchen. Am 9. Oktober 1980 schrieb Tamara Krühner, die Tochter der Sängerin, an die Berlinische Galerie:

„Sehr geehrter Herr Professor Roters,


auf meinen Anruf bei der Berlinischen Galerie erfuhr ich, daß evt. Interesse für ein Porträt von meiner verstorbenen Mutter vorhanden wäre.


Meine Mutter Frau Nessina Kraeft-Bengson war Sängerin in Berlin u. ist von Herrn Prof. Moest Anfang 1930 porträtiert worden.


Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mich am Dienstag telefonisch zwischen 8–12 Uhr benachrichtigen lassen würden, da ich im Begriff bin die Wohnung aufzulösen u. am Donnerstag nach Hamburg zurückfahren muss.“

Trotz seines Zustandes wurde das Gemälde 1980 von der Berlinischen Galerie übernommen. Es wird jetzt nach seiner Restaurierung erstmals gezeigt.

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