Anneliese Ratkowski

Salon meiner Eltern, 1938

Gemälde von Anneliese Ratkowski, Öl auf Leinwand, 61 x 75 cm

Anneliese Ratkowski (1903 - 1996), Salon meiner Eltern, 1938

© Nick Duncan-Brown, Repro: Kai-Annett Becker
Gattung Gemälde
Material Öl auf Leinwand
Maße 61 x 75 cm
Signatur signiert unten links: "Ratkowski"

 

Restauriert mit Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung

Forschungsstand

Die Provenienz ist geklärt. Das Werk gilt nicht als NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut.

© Repro: Kai-Annett Becker

„Wie durch ein Wunder haben wir die schrecklichen Jahre der Verfolgung überlebt.“

Anneliese Ratkowski, New York, 17. Dezember 1982

Erinnerung an ein anderes Leben

Anne(liese) Ratkowski war eine deutsch-jüdische Künstlerin. Ihr Lehrer Arthur Segal (1875–1944), Maler und Mitglied im Vorstand der Künstler*innenvereinigung Novembergruppe, förderte sie seit den 1920er Jahren. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde Ratkowski vom öffentlichen Kunstbetrieb ausgeschlossen. Obwohl damit ihre bis dahin erfolgreiche Ausstellungstätigkeit endete, setzte sie ihr künstlerisches Schaffen fort.

Katalogseite mit Text und handschriftlichen Notizen, Druck, Papier

Vom 7. April bis 7. Mai 1921 stellte Anneliese Ratkowski gemeinsam mit ihrem Mann Nikolaus Braun bei Fraenkel & Co. / Josef Altmann aus.

Einladung zur Ausstellung von Anne Ratkowski und Nikolaus Braun bei Fraenkel & Co. (Josef Altmann), 1921

© Repro: Anja Elisabeth Witte
Rückseite eines Bilderrahmens, Detailansicht eines Stempelabdrucks

Stempelabdruck mit der ab 1935 gültigen Adresse der Firma Leopold Hess, bei der Anneliese Ratkowski den Keilrahmen für das Gemälde erwarb.

Anneliese Ratkowski, Salon meiner Eltern, 1938 (Rückseite, Detail)

© Repro: Kai-Annett Becker

Malutensilien erwarb Ratkowski in diesen Jahren in der Kunstmaterialienhandlung Leopold Hess, unweit der Potsdamer Straße. So auch den Keilrahmen zu dem Gemälde „Salon meiner Eltern“. Das Werk zählt zu ihren letzten Berliner Bildern. Vermutlich zeigt es einen Blick in die Wohnung in der Apostel-Paulus-Straße 18 in Schöneberg, in der ihre Eltern, der Arzt und Sanitätsrat Leopold Ratkowski und seine Frau Gertrude, bis 1937 lebten. Der Vater starb in jenem Jahr, die Mutter floh im Dezember 1939 nach Buenos Aires. Ob sie das Gemälde als Erinnerung an die verlorene Heimat ins Exil mitnahm und Anneliese Ratkowski es später von ihr zurückerhielt oder ob die Künstlerin es seit 1938 mit sich führte, konnte nicht geklärt werden.

Ab 1937 hatte Anne Ratkowski ihre eigene Emigration vorbereitet. Ihr Frühwerk verbrannte sie. Ihren Sohn aus der früheren Ehe mit dem Maler Nikolaus Braun (1900–1950) konnte sie mit einem Kindertransport nach England in Sicherheit bringen. Sie selbst floh nach Belgien. Dort überlebte sie die deutsche Besatzung und den Krieg. Unter schwierigsten Bedingungen schuf Anne Ratkowski hier neue Arbeiten, die sie 1946 in der Galerie Regent in Brüssel erstmals ausstellen konnte.

Dokument, Schreibmaschine auf Papier und handschriftliche Notizen

Auflistung der Einrichtungsgegenstände, die Anneliese Ratkowskis Mutter Gertrude bei ihrer Flucht in Berlin zurücklassen musste.

Auszug aus den Akten der Berliner Entschädigungsbehörde

© Repro: Berlinische Galerie
Fotografie: Porträt einer jungen Frau

Anneliese Ratkowski 1938, fotografiert von Ellen Czernichowski

Anneliese Ratkowski 1938, fotografiert von Ellen Czernichowski

© Ellen Czernichowski; Repro: Anja Elisabeth Witte
Fotografie: Außenansicht einer Galerie im Erdgeschoss mit Schaufenstern

Die Galerie Regent in Brüssel während der Ausstellung von Anne Ratkowski 1946

Galerie Regent, Brüssel, 1946

© unbekannt, Repro: Berlinische Galerie

Da die belgischen Behörden ihr den dauerhaften Aufenthalt verweigerten, ging Anneliese Ratkowski im April 1948 nach New York. Von dort aus kehrte „Salon meiner Eltern“ nach Berlin zurück und wurde der Berlinischen Galerie 1995 von der Künstlerin geschenkt.

Dokument, mit Schreibmaschine und von Hand beschrieben

Auszug aus dem Lebenslauf von Anne Ratkowski in den Akten der Berliner Entschädigungsbehörde

© Repro: Berlinische Galerie

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