Max Fleischer

Ohne Titel (liegender männlicher Leichnam/Christus), 1906

Gemälde von Max Fleischer, Öl auf Leinwand, 90 x 182 cm

Max Fleischer (1861–1930), Ohne Titel (liegender männlicher Leichnam/Christus), 1906

© Urheberrechte am Werk erloschen, Repro: Kai-Annett Becker
Gattung Gemälde
Material Öl auf Leinwand
Maße 90 x 182 cm
Signatur unten rechts: M. Fleischer, 1906

Forschungsstand

Die Provenienz ist geklärt. Das Werk gilt nicht als NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut.

© Repro: Kai-Annett Becker

Ein christliches Motiv

Max Fleischer war nicht nur Maler, sondern auch leidenschaftlicher Botaniker. 1923 erhielt er für seine Arbeit zur Flora Niederländisch-Ostindiens die Ehrendoktorwürde der Universität Utrecht. Bereits seit 1914 war er Mitarbeiter des Botanischen Museums in Berlin-Dahlem.

1930 starb Max Fleischer an der Côte d’Azur. Seine Witwe bewahrte seinen künstlerischen Nachlass fast ein halbes Jahrhundert. Erst 1978 beschloss sie, Kunstwerke und Dokumente nach Berlin zu geben – und das Botanische Museum schien die beste Adresse zu sein. Im Juni traf die Sendung in Dahlem ein. Sieben Gemälde, die kunsthistorisch interessant erschienen, erhielt die Berlinische Galerie. Darunter war auch die ebenfalls hier gezeigte „Erstkommunion“. Alle anderen Werke verblieben zunächst im Botanischen Museum.

Zeitungsausschnitt mit Abbildung eines Mannes und Text

Eine Pressemitteilung zur Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Utrecht an Max Fleischer

Pressemitteilung zur Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Utrecht an Max Fleischer veröffentlicht in Het Leven. Geïllustreerd, 18. Jahrgang, Nr. 13, 23.3.1923

© Repro: Berlinische Galerie
Gemälde von Max Fleischer, Öl auf Leinwand, 166 x 222 cm

Das Gemälde „Erstkommunion“ kam aus Max Fleischers Nachlass an die Berlinische Galerie.

Max Fleischer, Erstkommunion, 1886

© Urheberrechte am Werk erloschen, Repro: Kai-Annett Becker
Katalogseite mit Abbildung, Text und handschriftlichen Notizen, Druck, Papier

Ludwig von Löfftz, „Pieta“, Nachlass Max Fleischer. War dieses Gemälde des Lehrers Vorbild für Fleischers Werk?

Das Gemälde Pieta von Ludwig von Löfftz (Reproduktion) aus dem Nachlass von Max Fleischer

© Repro: Anja Elisabeth Witte

Das Archiv des Botanischen Museums bewahrt eine Akte zur Übergabe und Aufteilung des Nachlasses. In einer Aufstellung der Gemälde wird eine „Liegende Christusfigur, Vorstudie für ‚Pieta‘?, 1883, 90-220, Ölfarbe, aufgerollt“ aufgeführt. Könnte es sich dabei um den liegenden Leichnam handeln, der allerdings auf 1906 datiert ist? 

Eine Spur, die diese Frage beantworten könnte, findet sich im dokumentarischen Nachlass von Max Fleischer. Ein Foto zeigt ein Gemälde seines Lehrers Ludwig von Löfftz (1845–1910) mit dem Titel „Pieta“.

Von Löfftz legte das christliche Motiv 1883 freier an, als es bis dahin üblich war. Traditionell zeigt eine Pietà seit dem Mittelalter die Muttergottes mit dem Leichnam ihres Sohnes auf dem Schoß. Fleischer orientierte sich offensichtlich am Motiv seines Lehrers, ging aber noch einen Schritt weiter. Sein Werk konzentriert sich auf den Körper Jesu Christi nach der Kreuzabnahme. 
Welchen Titel Max Fleischer seinem Werk 1906 gab, lässt sich nicht nachvollziehen. Sollte er es in Anlehnung an Ludwig von Löfftz „Pietà“ genannt haben, könnte es 1909 zusammen mit „Erstkommunion“ in Batavia, dem heutigen Jakarta, ausgestellt worden sein. Der Katalog zur Ausstellung führt unter Nummer 7 ein Gemälde mit diesem Titel auf.

Nach 1978 ging das Werk aus dem Nachlass Fleischers in den Besitz des Landes Berlin über. 2008 wurde es von der Senatsverwaltung für Kultur an die Berlinische Galerie übergeben.

Ausstellungskatalog, Seite mit Text, Druck, Papier

Auflistung der Gemälde im Ausstellungskatalog von Batavia 1909. Das unter Nummer 7 geführte Werk könnte der liegende Leichnam sein.

Ausstellungskatalog von Werken Max Fleischers, die 1909 in Batavia (heute Jakarta/Indonesien) gezeigt wurden

© Repro: Anja Elisabeth Witte

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