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Vorschau

3hd 2026
Beyond Imagining

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Creamcake im IBB-Videoraum

Grafik mit schwarzer Schrift und invertierten Motiven auf hellgelbem Hintergrund. Die selben Informationen, wie zum Beispiel der Titel und die Laufzeit des Filmprogramms, sind auch im Text auf der Website enthalten.

Saish Kotecha, Titelbild 3hd @BG, 2026

© Saish Kotecha

Im Rahmen ihres Festivals „3hd 2026“ ist Creamcake mit einem Videoprogramm zu Gast in der Berlinischen Galerie. Unter dem Thema „Beyond Imagining“ (Deutsch: Jenseits der Vorstellung) beschäftigt sich das Festival mit einer Welt, in der Realität und Fiktion zunehmend verschwimmen und Bilder von Gewalt und Krisen unsere Wahrnehmung abstumpfen lassen. Esl hinterfragt, wie Bilder, Worte und Gesten Bedeutung und Macht erlangen, und lädt dazu ein, gewohnte Denkweisen und gesellschaftliche Systeme kritisch zu betrachten. Das Filmprogramm setzt sich damit auseinander, dass Zuschauen nie neutral ist. Vier Werke von vier Künstler*innen stellen jeweils eine einzelne Figur – real oder erfunden – einer Kraft gegenüber, die sich ihrer Kontrolle entzieht. Der Staat. Die Menge. Die Kamera. Die Institution. Found Footage und Essayfilm, Allegorie und Verkörperung zeichnen nach, woran erinnert wird und wer die Schuld am Vergessen trägt.

Aktuelle Termine

29
Oktober
Donnerstag
Eröffnung

Eröffnung: 3hd 2026

Videoprogramm mit Arbeiten von Sara Sadik, Simona Andrioletti, Simone C Niquille und Vika Kirchenbauer im Rahmen von Creamcakes Festival „3hd 2026: Beyond Imagining“

Programm

Filmstill: Auf einer leicht verschwommenen Außenaufnahme ist in leuchtenden Farben ein Schriftzug eingeblendet: 'Ultimate Vatos – Force & Honneur'.

Sara Sadik, Ultimate Vatos: Force & Honneur, 2022

© Courtesy Sara Sadik

Sara Sadik

Sara Sadiks „Ultimate Vatos: Force & Honneur“ (23 Min.) begleitet Zabuza, der in einem fiktiven Militärprogramm zum „ultimativen Mann“ ausgebildet wird und dabei Isolation, Überwachung und körperliche Herausforderungen erlebt. Mittels wechselnder Kameraperspektiven und einem persönlichen Voice-over des Protagonisten werden der äußere Druck sowie seine Gefühle von Einsamkeit, Stress und Angst sichtbar. So konfrontiert die Arbeit stereotype Vorstellungen von Stärke und Härte mit Verletzlichkeit und Unsicherheit. Durch Zabuzas inneren Monolog zeigt der Film, wie marginalisierte Menschen Widerstand, Solidarität und gegenseitige Fürsorge als Mittel des Überlebens und der Selbstbehauptung entwickeln.
 

Vika Kirchenbauer

Vika Kirchenbauers „This Suffocating Now“ (16 Min.) thematisiert zunehmend faschistische Tendenzen, die die Künstlerin im heutigen Deutschland ausmacht. Im Zentrum stehen die Solidarität mit Palästina, die Rechte queerer und trans Personen sowie Gewalt und Diskriminierung, die die repressiven Grundströmungen einer vermeintlich liberalen Gesellschaft offenlegen. Ausgehend von persönlichen Erfahrungen mit geschlechtsbezogener Diskriminierung im medizinischen Bereich verbindet das Video Archivmaterial mit Aufnahmen. die die Künstlerin auf Demonstrationen und im privaten Alltag gemacht hat. Es untersucht das Verhältnis von Staatsmacht und zetgenössischer Kunst und zieht Parallelen zu den autoritären Dynamiken vor der nationalsozialistischen Machtübernahme.

Filmstill: Blick in ein Zimmer mit leuchtend aquamarin-farbenem Boden und Wänden sowie einer weißen Tür mit dunklem Glasfenster.

Vika Kirchenbauer, This Suffocating Now, 2026

© Courtesy Vika Kirchenbauer

Simone C Niquille

Simone C Niquilles „The Fragility of Life“ (24 Min.) ist ein Kurzfilm, der Teresa Barnwell, eine Hillary-Clinton-Doppelgängerin, in den letzten Tagen vor der US-Präsidentschaftswahl 2016 begleitet. „The Fragility of Life“ fragt danach, wie sich in einer Zeit visueller Übersättigung über das eigene Bild bestimmen lässt: Virale Bilder, Fake News, die massenhafte Verbreitung von Informationen und vernetzte Kameras lassen die Grenzen zwischen Identität, Privatsphäre und persönlichen Daten verschwimmen.

Simona Andrioletti

Simona Andriolettis „Defence. What do you do with your anger?“ (10 Min.) ist eine Found-Footage-Collage. Sie zeigt eine Abfolge von Situationen, in denen Menschen auf unterschiedliche Weise versuchen, sich gegen körperliche, emotionale und umweltbedingte Unterdrückung zu wehren. Letztlich bleiben diese Versuche erfolglos. Das verwendete Material wurde mit einem Smartphone von einem Computermonitor abgefilmt. Diese zusätzliche Ebene der Medialisierung reproduziert bewusst den Voyeurismus und die Schadenfreude, die bereits im ursprünglichen Material angelegt sind. Dass gefilmt statt eingegriffen wird, ist ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit: eine Form passiver Beteiligung, bei der das Beobachten von Leid in Unterhaltung verwandelt wird.

Creamcake

Creamcake (CC) ist eine interdisziplinäre Plattform aus Berlin, die an der Schnittstelle zwischen elektronischer Musik, zeitgenössischer Kunst und digitalen Technologien tätig ist. CC organisiert Performances, Ausstellungen, Clubnächte, Konzerte, digitale Auftragsarbeiten und Workshops. Weitere Informationen: 3hd-festival.com und 3hd.tv.

IBB-Videoraum

Im IBB-Videoraum werden seit 2011 Künstler*innen präsentiert, die mit zeitbasierten Medien arbeiten. Das Programm umfasst nicht nur etablierte Namen der zeitgenössischen Videokunst, sondern auch junge Positionen, die bisher kaum in Museen zu sehen waren. Ihnen soll in der Berlinischen Galerie ein erster institutioneller Auftritt ermöglicht werden.

Jedes Screening erlaubt eine neue Auseinandersetzung mit Werken, die mediale oder auch politische und soziale Fragestellungen anstoßen. Besonderes Augenmerk liegt dabei darauf, marginalisierten Perspektiven Raum zu geben und Auswirkungen von Machtstrukturen sichtbar zu machen.