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Drag, Desire and the City

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Rolf von Bergmann. Fotografien

Schwarz-weiß-Fotografie: Porträt von Klaus Nomi mit futuristischem Augenmake-Up, schwarzem Lippenstift und Lederhemd mit aufgestelltem Kragen.

Rolf von Bergmann, Ohne Titel (Klaus Nomi), New York 1979

© Berlinische Galerie / VG Bild-Kunst, Bonn 2026

Klaus Nomi vor dem Auftritt, Nina Hagen im Studio 54 oder Performer*innen backstage im Travestie-Kabarett: Rolf von Bergmann (1953-1988) fotografierte in den 1970er bis 1980er Jahren queere Subkultur und eine pulsierende Kunst-, Mode- und Clubszene zwischen West-Berlin und New York. Die Berlinische Galerie zeigt erstmals das bisher kaum bekannte Œu­v­re, das der Künstler in den wenigen Jahren bis zu seinem frühen Tod in Folge einer Aids-Erkrankung schuf. Geprägt wurde Rolf von Bergmann durch die Künstler*innen rund um die Galerie am Moritzplatz, vor allem durch Salomé. Er fotografierte sein Umfeld und häufig auch sich selbst in Drag und extravaganten Kostümen. Seine Selbstinszenierungen hinterfragen binäre Geschlechterrollen. Übermalungen in grellen Farben auf seinen Aufnahmen zeigen die schrille Ästhetik der Zeit. Der Umzug 1978 nach New York und der Unterricht bei der Fotografin Lisette Model erweiterten seinen Blick. Intuitiv und subjektiv richtete er die Kamera unmittelbar auf sein Gegenüber. So entstanden Gesellschafts-, Porträt- und Modefotografien: kontrastreiche Schwarz-Weiß-Bilder, oft mit gewagten Anschnitten, die den Zeitgeist dieser Jahre reflektieren. Rolf von Bergmann dokumentierte die Gay Pride Parade 1979 und fotografierte vor wie hinter der Bühne, etwa im legendären Studio 54 oder im Nachtclub Max’s Kansas City. Er porträtierte zu-dem Künstler*innen wie Divine, John Waters oder Lil Picard.

Die Ausstellung präsentiert rund 190 Arbeiten, darunter Vintage Prints, bemalte Fotoleinwände, Dia-Projektionen und Super-8-Filme. Ergänzt wird die Schau durch Werke von Colette, Rainer
Fetting, Anne Jud, Jürgen Klauke, Helmut Middendorf, Lisette Model und Salomé. Sie verdeutlichen die Verbindungen zur Galerie am Moritzplatz sowie zur freien Szene West-Berlins und New Yorks. Anhand einer Auswahl von 80 Diapositiven aus dem Nachlass von Rolf von Bergmann zeigt Harry Hachmeister seinen persönlichen, zeitgenössischen Blick auf das Werk. Ausstellung und Katalog liefern einen Beitrag zur Sichtbarmachung von queeren Positionen in der Kunstgeschichte.