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Artist Talk: Mila Zhluktenko & Daniel Asadi Faezi

Do 23.7.26, 18 Uhr

Filmstill: Eine ältere Person läuft, die Hände hinter dem Rücken verschränkt, durch einen kleinen, lichtdurchfluteten Wald mit dichtem Gestrüpp.

Daniel Asadi Faezi & Mila Zhluktenko, Aralkum, 2022

© Daniel Asadi Faezi & Mila Zhluktenko, Courtesy Daniel Asadi Faezi & Mila Zhluktenko

Artist Talk zum Screening-Programm von Mila Zhluktenko und Daniel Asadi Faezi
Moderation: Anne Bitterwolf

„Aralkum“ (2022, 14 Min.) ist die erste Videoarbeit von Mila Zhluktenko und Daniel Asadi Faezi, die sie gemeinsam in Co-Regie realisierten. Das Werk setzt dem Aralsee ein Denkmal: Bis in die 1960er Jahre war er der viertgrößte Binnensee der Welt, doch heute ist er beinahe vollständig ausgetrocknet. Das Video macht eindrücklich erfahrbar, wie menschliches Handeln, nämlich die destruktive Bewässerungspolitik der Sowjetunion für ihre Baumwollproduktion, ein ganzes Ökosystem samt seiner Lebewesen nach und nach zerstört hat. Die beiden Filmemacher*innen verweben Archivmaterial und aktuelle Aufnahmen: Naturaufnahmen, die trotz der Katastrophe von betörender Schönheit sind, stehen neben alltäglichen Familienszenen und Bildern von Tierpräparaten. 

„rückblickend betrachtet“ (2025, 14 Min.) verbindet drei Zeitebenen: Das Münchner Olympia-Einkaufszentrum wurde in den 1970er Jahren maßgeblich durch sogenannte Gastarbeiter*innen gebaut und galt damals als das größte Einkaufszentrum Europas. 1982 drehte der iranische Regisseur Sohrab Shahid Saless den Film „Empfänger unbekannt“. Er reagierte damit auf die zunehmend sichtbaren Anfeindungen gegen als „fremd“ markierte Menschen in der Bundesrepublik. 2016 wurden im Olympia-Einkaufszentrum bei einem rechtsterroristischen Anschlag neun Menschen ermordet. Zhluktenko und Asadi Faezi verknüpfen diese Ebenen miteinander und zeigen, dass rassistische Gewalt kein isoliertes Ereignis ist, sondern Teil einer andauernden Kontinuität.

Beide Filme können am Tag der Veranstaltung bis 15:30 Uhr angesehen werden.

In deutscher Sprache

Teilnahme kostenfrei, Anmeldung online
 

Mila Zhluktenko und Daniel Asadi Faezi studierten Dokumentarfilm an der HFF München. Ihre Filme wurden auf diversen internationalen Festivals gezeigt und mit Preisen ausgezeichnet, darunter den Preis für den besten Kurzfilm bei Visions du Réel für „Aralkum“. „rückblickend betrachtet“ feierte seine Premiere auf der 75. Berlinale und wurde mit dem Deutschen Kurzfilmpreis ausgezeichnet. 

Standort

IBB-Videoraum
Alte Jakobstraße 124–128
10969 Berlin

Ticket
Die Teilnahme ist kostenfrei.
Anmeldung
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