Marc Brandenburg (*1965) zählt international zu den wichtigsten Zeichner*innen der Gegenwart. Sein Werk bewegt sich zwischen Grafik, Collage, Installation, Video und Performance. Im Zentrum stehen detailreiche Bleistiftzeichnungen nach fotografischen Vorlagen, die er auf Streifzügen einfängt oder aus Magazinen, Filmen und Büchern sampelt. Brandenburg reflektiert die Gegensätze des großstädtischen Lebens, thematisiert gesellschaftliche Missstände ebenso wie Exzess und Konsum als Auswirkungen des Spätkapitalismus. Transportiert wird dabei weniger eine Erzählung als eine melancholische und unheilvolle Stimmung, die subtil auf die Krisen unserer Zeit verweist.
Die umfassende Werkschau zeigt rund 170 Zeichnungen sowie Videos, Tattoo-Editionen und Fotos.
Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds
Jetzt schon Tickets sichern!
Zum TicketshopAls genauer Beobachter des großstädtischen Lebens spürt Brandenburg die Seltsamkeiten der urbanen Realität auf und richtet sein Augenmerk auf scheinbar Belangloses abseits normierter Schönheitsvorstellungen. Zugleich gehören Symbole der Populärkultur zu seiner Bilderwelt: Porträts von Berühmtheiten, Pornografie, Fast Food, Kitsch. Exzess und Konsum thematisiert Brandenburg ebenso wie gesellschaftliche Missstände als Auswirkungen des Spätkapitalismus. Transportiert wird dabei selten eine Erzählung, vielmehr entsteht eine melancholische und unheilvolle Stimmung, die subtil auf die Krisen unserer Zeit verweist: 20th Century Debris – Die Trümmer des 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung präsentiert mehr als 170 Arbeiten des Künstlers mit Leihgaben u.a. der Sammlung Deutsche Bank, der Sammlung Zeitgenössische Kunst der Bundesrepublik Deutschland, des Kupferstichkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin sowie weiterer privater und öffentlicher Sammlungen. Darunter sind sowohl aktuelle als auch frühe, selten gezeigte Zeichnungen aus den 1990er Jahren sowie Videos, Tattoo-Editionen und Fotografien.
Über Marc Brandenburg
Marc Brandenburg wird 1965 in West-Berlin geboren. Seine frühe Kindheit verbringt er in den USA. 1977 kehrt er in seine Heimatstadt zurück. Punk wird zur prägenden Erfahrung und er findet sich in der kreativen Subkultur West-Berlins wieder. Über die Mode kommt Brandenburg als Autodidakt zur Kunst und stellt ab den 1990er Jahren seine Zeichnungen aus. Es folgen Einzelausstellungen u. a. im Künstlerhaus Bethanien (1993), MMK Frankfurt (2005), Denver Art Museum (2010), Hamburger Kunsthalle (2011), PalaisPopulaire (2021), Städel (2021/2022) u.v.m. Heute lebt und arbeitet Brandenburg in Berlin und Barcelona.