Tastmodell

Rückkehr zum „Berliner Block“

In den 1980er Jahren wird die für Berlin typische Blockrandbebauung aus dem 19. Jahrhundert wieder beliebt. Neue Architekturen orientieren sich eindeutig hin zu einem öffentlichen vorderen Bereich, der Straße, und einem privaten hinteren, dem Hof. Dabei variieren Planer*innen die Überlieferung, indem sie die umlaufende Bebauung an einigen Stellen öffnen oder großzügige Durchwegungen schaffen.

Die taktilen Modelle zeigen die Entwicklung städtebaulicher Strukturen an Beispielen aus den 1970er und 1980er Jahren. Alt- und Neubaubestand, Grünflächen und Straßenzüge sind zur besseren Unterscheidung farblich und taktil abgesetzt. Zum Vergleich vermitteln zwei Modelle ganz links jeweils die typische Berliner Blockrandbebauung im 19. Jahrhundert und die moderne Zeilenbauweise der 1960er Jahre.

Modell+Design, Technische Universität Berlin
Entwurf: Lara Jensen, Esra Kaheveci

Beschriftung unter den Modellen von links nach rechts

  • Berliner Blockrandbebauung
  • Moderner Zeilenbau
  • Wohnbebauung mit Atelierturm, Charlottenstraße, John Hejduk
  • Wohnbebauung Ritterstraße, Rob Krier
  • Wohnbebauung Lützowstraße, Oswald Mathias Ungers
  • Stadtvillen Rauchstraße, Rob Krier
  • Vinetaplatz, Josef Paul Kleihues

Zum Ausstellungskapitel


Impulse für Berlin

Spätestens Anfang der 1970er Jahre war die Enttäuschung der Berliner Bevölkerung über das Baugeschehen der Nachkriegszeit öffentlich spürbar. Die Kritik wandte sich gegen eine Politik, die Erhalt und Sanierung der alten Mietskasernen und damit dringend benötigten Wohnraum bedrohte. Auslöser des Protestes waren auch die anhaltenden Planungen einer verkehrsgerechten Stadt, eine zu starke Trennung der Funktionen Wohnen und Arbeit und die als trostlos empfundenen Neubausiedlungen am Rand Berlins.

Daraufhin setzte im Kontext einer international geführten Debatte über Stadtgestaltung in beiden Teilen Berlins ein Umdenken ein. Seinen Ausdruck fand es in zahlreichen teils wegweisenden Eingriffen, Visionen und Entwürfen. Aus ihnen entwickelte sich allmählich in beiden Stadthälften ein jeweils neues Gesamtprogramm – die Grundlage für die Architekturen der 1980er Jahre.

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