Innere Welten
und nervöse Stadt

Expressionismus in Berlin 1910 – 1918

Jacoba van Heemskerck, Landschaft, Bild I, um 1914
Jacoba van Heemskerck, Landschaft, Bild I, um 1914
© Urheberrechte am Werk erloschen

Splitternde Formen und bunte, manchmal grelle Farben – das waren die Stilmittel, mit denen die Künstler*innen des Expressionismus seelische Zustände, Gefühle und das allgemein „Geistige“ ausdrücken wollten. Natur- und Lichtstimmungen, wie sie die Impressionist*innen auf die Leinwand tupften, interessierten sie nicht mehr.

Expressionistisches Gemälde des Malers Georg Tappert aus dem Jahr 1911
Georg Tappert, Loth und seine Töchter, 1911
© VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Mit ihren wilden, ungestümen Werken polarisierten sie die Berliner Kunstszene. Nicht nur das konservative Publikum, sondern auch viele impressionistische Künstler*innen der Secession lehnten diese neue Kunstauffassung rigoros ab. Weil ihre Arbeiten nicht zur Jahresausstellung zugelassen wurden, spaltete sich 1910 eine Gruppe von jüngeren Kunstschaffenden von der Secession ab, darunter Max Pechstein, Georg Tappert, Moriz Melzer und Heinrich Richter-Berlin. Sie gründeten gemeinsam mit anderen die Neue Secession, die sich von 1910 bis 1914 für den Expressionismus  engagierte. Neben Herwarth Waldens Avantgarde-Galerie „Der Sturm“ hatte diese Vereinigung wesentlichen Anteil daran, dass sich expressionistische Ausdrucksformen in Berlin und Deutschland durchsetzen konnte.

Auch die Mitglieder der Künstlergemeinschaft „Die Brücke“ zog es 1911 von Dresden nach Berlin, in die jüngste aller europäischen Metropolen, wo sie sich der Neuen Secession anschlossen und mit ihr ausstellten.
Viele Künstler*innen des Expressionismus stellten die Wirklichkeit als eine nervöse, aus den Fugen geratene Welt dar: Schauplatz ihrer Gemälde war oft das rast- und ruhelose Berlin. Für die meisten Expressionist*innen bedeutete die Katastrophe des Ersten Weltkrieges einen Bruch. Persönliche Erlebnisse von Krieg und Zerstörung bestimmten nun ihre Bilder.

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