Nachts in West-Berlin:
„Gelbe Mauer“

Rainer Fetting (*1949)

Rainer Fetting, Gelbe Mauer, 1977
© Rainer Fetting

Noch als Meisterschüler der Berliner Hochschule der Künste gründete Rainer Fetting (*1949) gemeinsam mit befreundeten Künstler*innen 1977 in West-Berlin die Galerie am Moritzplatz. Das „Künstlerselbsthilfeprojekt“ der Kreuzberger „Moritzboys“ wurde zur Keimzelle der Neuen Wilden, deren ungestüme Malerei die Kunstszene aufstörte. Abstrakte Malerei und Minimal Art bestimmten damals das Feld. Die Neuen Wilden wollten das genaue Gegenteil – zurück zum Gegenstand, eine expressive Malerei voller Emotionen.

Fettings Gemälde „Gelbe Mauer (Luckauerstraße/Sebastianstraße)“ gehört zu einer ganzen Serie von Bildern der Berliner Mauer. Dominant durchzieht sie hier fast das gesamte Bild. Zugleich nimmt die unwirkliche, gelbe Farbe der Mauer ihre Bedrohlichkeit. Grell leuchtet sie vor dem nachtblauen Himmel. Diese Mauer schließt die Inselstadt West-Berlin nicht ein. Sie bildet den schützenden Rahmen für alternative Gesellschafts- und Lebensentwürfe, die sich in ihrem Schatten selbstbewusst behaupten.

Gelbe Mauer (Luckauer Straße / Sebastianstraße)
1977
Dispersion auf Leinwand
140 x 160 cm
Erworben 2009 aus Mitteln der Deutschen Klassenlotterie Berlin von der Kulturverwaltung

Rainer Fetting
(*1949 Wilhelmshaven – lebt in Berlin)

Rainer Fetting studierte von 1972 bis 1978 an der Berliner Hochschule für Bildende Künste - zuletzt als Meisterschüler - bei Hans Jaenisch. 1977 gründete er u.a. mit Helmut Middendorf und Bernd Zimmer die Künstlerselbsthilfe-Galerie am Moritzplatz in Berlin-Kreuzberg, wo 1977 seine erste Einzelausstellung stattfand. Nach einer Gruppenausstellung mit Zimmer, Middendorf und Salomé 1980 im Haus am Waldsee in Berlin wurden sie als »Neue Wilde« bezeichnet. Seit 1975 ist Fetting auch als Filmemacher, seit 1986 als Bildhauer tätig.

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