Gefangen in tiefem Schwarz:
„Die Nacht hat Flügel“

Cornelia Schleime (*1953)

Cornelia Schleime, Die Nacht hat Flügel, 1996
© Cornelia Schleime

Zöpfe – sie ziehen sich wie ein roter Faden durch das Werk von Cornelia Schleime (*1953). Immer wieder spielt die Künstlerin mit dieser braven Mädchenfrisur, die in ihren Werken oft ein Eigenleben entfaltet. Die straff geflochtenen Zöpfe ihrer Bildfiguren greifen aus wie Fangarme, legen sich bedrohlich um den Hals oder breiten sich aus wie die Schwingen eines Vogels – so wie auf diesem Bild mit dem poetischen Titel „Die Nacht hat Flügel“. Frei in die Luft erheben kann sich das kleine Mädchen mit dem ernsten Gesicht aber trotzdem nicht. Seine Zöpfe spannen sich bis über die Bildränder hinaus und halten es in dem dunklen Bildraum fest. Für das tief schillernde Schwarz, das die Figur einhüllt, hat die experimentierfreudige Künstlerin Asphaltlack verwendet. Auf der Leinwand erzeugt er eine größere Dichte und Schwärze als beispielsweise Acryl-Farben. Es entsteht eine raue Oberfläche, die das Zarte und Verletzliche des Mädchens zusätzlich betont.

Die Nacht hat Flügel
1996
Acryl, Schellack und Asphaltlack auf Leinwand
160 x 200 cm
Erworben im Rahmen der Künstlerförderung der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Referat Bildende Kunst, Berlin, 1996

Weitere Highlights

Durch die Nutzung dieser Website stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu.

OK