Zu gewagt:
Das Wohn- und
Geschäftshaus „Olivia“

Hans Scharoun (1893 – 1972)

Hans Scharoun, Wohn- und Geschäftshaus „Olivia“, 1951/52
© Sergius Ruegenberg: Berlinische Galerie, 2011
Hans Scharoun: VG Bild-Kunst, Bonn 2011

Eigentlich hatte sich der amerikanische Privatinvestor etwas Bescheideneres vorgestellt, als er Hans Scharoun (1893–1972) mit dem Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses am Berliner Kurfürstendamm beauftragte. In Zusammenarbeit mit Sergius Ruegenberg  (1903 – 1996) entwarf Scharoun jedoch ein verspieltes, ungewöhnliches Gebäude. Der zweiflügelige Bau sollte sich über sechs Stockwerke erstrecken. Im Entwurf springen die dritte bis fünfte Etage nach vorn und ragen über die beiden unteren Geschäftsgeschosse hinaus. Als Fassadenfarben waren Eierschalenweiß und Olivgrün vorgesehen, eine Anspielung an den geplanten Hausnamen „Olivia“. Darauf bezog sich auch der überdimensionale Frauenkopf, der die äußere Eckkante des Gebäudes krönen sollte.

Scharoun folgt hier nicht den klaren, streng geometrischen Vorbildern der Bauhaus-Moderne, sondern spricht eine originelle, leichte Architektursprache. Letztendlich konnte der Architekt den Bauherrn nicht überzeugen und das Projekt „Olivia“ wurde nicht ausgeführt.

Wohn- und Geschäftshaus „Olivia“
1951/52
Kurfürstendamm 182, Berlin-Charlottenburg
Zeichnung: Sergius Ruegenberg
Handkolorierte Reprografie auf Fotopapier
84,5 x 109,5 cm
Erworben aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten Berlin, 1994

 

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