Vernetzte Nachbarschaft

Künstlerische Projekte von Kindern und ihren Familien, die in der Gemeinschaftsunterkunft Stallschreiberstraße leben

Vernetzte Nachbarschaft, Fotografie-Workshop, Juni 2018, Ausstellungsbezug Loredana Nemes, Foto: Medina

Seit 2016 arbeiten die Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in der Stallschreiberstraße, die Berlinische Galerie und der Verein Jugend im Museum zusammen. Seit 2018 beteiligen sich auch die Tempohomes in der Alten Jakobstraße an der Kooperation. Die Berlin Mondiale unterstützt die regelmäßigen Programme des lokalen Netzwerks, das projektweise mit weiteren Initiativen der Kinder- und Jugendarbeit kooperiert.

Jeden Montag treffen sich Kinder ab 6 Jahre mit den Künstler*innen Zara Morris, Dachil Sado und Tijana Mirjacic in den Räumen der Gemeinschaftsunterkunft oder in der Berlinische Galerie, um an künstlerischen Ideen zu arbeiten und zusammen eine gute Zeit zu haben. Die Projekte und ihre Ausstellungsbezüge orientieren sich an den Interessen der Teilnehmer*innen.

Im März 2020 wurde eine eigene Ausstellung im "207m². Raum für Aktion und Kooperation" eröffnet.
Zuvor haben sich die Kinder mehrmals in den Schulferien zur Workshopreihe KUNSTESSEN getroffen. Die Idee war, über das Thema Essen die Kunst in der Berlinischen Galerie besser kennen zu lernen. Aber wie geht das, wenn man im Museum nicht essen darf? Dann müssen die Kunstwerke auf den Teller! Der Künstler Anton von Werner gab den Impuls für ein „Running Dinner“ während der Winterferien durch die Nachbarschaft. In den Osterferien lieferte ein abstraktes Gemälde von Fred Thieler Inspiration. Aus Kurkuma, Spinat, Petersilie und Rote Beete haben die Kinder Farben hergestellt, um damit anschließend das Bild nachzukochen. Während der Sommerferien boten Lieblingsporträts der Künstlerin Lotte Laserstein die Grundlage für leckere Brotporträts, die im Anschluss verspeist wurden. Die Formsprache der Kunstschule Bauhaus (1919 – 1933) war Thema der Herbstferien. In Anlehnung an die Jubiläumsausstellung hat die Gruppe in der Küche mit den Grundformen Kreis, Quadrat und Dreieck experimentiert. In den Winterferien 2020 trafen sich alle erneut und fertigten Kunstwerke für diese Fotoausstellung an. So entstand aus Kunst Essen und aus Essen wiederum Kunst!

2019
Die Kinder experimentierten einige Monate lang mit Blitzauftritten an wechselnden Orten. Die Dreißig Sekunden Shows sind eine inklusive Einladung an alle, spontan und selbstbestimmt vor einer Kamera auf einer adhoc Bühne zu agieren, die beispielsweise vor einem Kiosk, an einer Bushaltestelle oder in einer Ausstellung improvisiert wird.

2017–2018
In den Jahren 2017 und 2018 fand unter dem Titel „Leuchtender Montag“ eine offene Kunstwerkstatt zum Thema Licht statt. Die darin erprobte Leucht- und Lampenpraxis besuchte mehrfach die Installation tele von Carsten Nicolai, um Fragen über die Wahrnehmung von Wirklichkeit und die Möglichkeiten der Telepathie zu besprechen.

Bereits Tradition hat der jährliche Reiseworkshop, der begehrte Ziele mit Ausstellungen moderner oder zeitgenössischer Kunst verbindet: Zum Beispiel die Dauerausstellung mit der Pfaueninsel oder den Tier- und Saurierpark Germendorf mit der Ausstellung Cyrill Lachauer. "What Do You Want Here".  

Was gibt es noch: Seit September 2018 tauschen sich Frauen mit und ohne Fluchtgeschichte in der Berlinischen Galerie auf deutscher Sprache über Kunst aus. Indem sie ihr Wissen und ihre Sichtweisen auf die Welt in den Ausstellungen verhandeln, tragen sie etwas dazu bei, die Berlinische Galerie als einen Ort vielfältiger Allianzen zu prägen.

Das Projekt entstand im Rahmen des Netzwerks Berlin Mondiale – ein Projekt des Rates für die Künste Berlin in Trägerschaft des Kulturnetzwerkes Neukölln e. V. 
Ermöglicht durch: Gegenbauer Holding SE & Co. KG
Künstlerische Projektleitung: Beate Gorges, Zara Morris, Dachil Sado, Tijana Mirjacic (bis Juni 2019 Ismail Karayakupoglu und bis Juli 2018 Peter Schedler)

Weitere Bildungsprojekte

Blinde Reporter*innen

Die Blinden Reporter*innen suchen aktuelle Ausstellungen in Berlin und Brandenburg auf. Sie befragen anwesende Besucher*innen sowie Kurator*innen und Fachleute zu den Kunstwerken.

Von Angesicht zu Angesicht

Zum ersten Mal veranstaltete die Berlinische Galerie einen inklusiven Workshop, in dem sich blinde, sehbehinderte und sehende Kunstinteressierte der Fotografie und deren Bildbeschreibungen widmeten.

Street College 2018

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