Virtueller Videoraum

In unserem virtuellen Videoraum zeigen wir Highlights aus dem Programm der vergangenen Jahre, punktuell ergänzt durch neue Positionen. Dabei sollen neue Perspektiven ermöglicht und bisher unentdeckte Bezüge sichtbar gemacht werden.

Gudrun Krebitz, Exomoon, 2016 (video still)
Gudrun Krebitz, Exomoon, 2016 (video still)
© Gudrun Krebitz

Ab dem 1. Juli sind Arbeiten von zwei der erfolgreichsten deutschen Experimentalfilmemacherinnen zu sehen.

Gudrun
Krebitz

Exomoon, 2016

Gudrun Krebitz ist Autorenfilmemacherin und Zeichnerin, wobei ihre zeichnerische Praxis sowohl die Grundlage ihrer Filme und Installationen ist als auch eigenständige Werke hervorbringt. Ihre Arbeiten können sowohl dem Experimentalfilm als auch der Bildenden Kunst zugeordnet werden. Kenn­zeichnend für ihr Werk ist die Verflechtung ver­schiedener Erzählstränge und Techniken, wodurch komplexe, nicht-lineare Narrationen entstehen. Ton und Bild sind nicht immer kausal, sondern häufig assoziativ verbunden und ermöglichen eine Pluralität von Lesarten. Exomoon (2016) ist ein sehr persönlicher Essayfilm, der vom Gefühlsleben seiner Protagonistin zwischen Sehnsucht und Selbstermächtigung erzählt.

Biografie

Gudrun Krebitz wurde 1983 in Graz (Öster­reich) geboren. Sie studierte an der Filmuniversität Babels­berg Konrad Wolf im Bereich Animation und am Royal College of Art, London. Ihre Filme wurden mit zahlreichen Aus­zeichnungen bedacht. Unter anderem erhielt sie den „Goldenen Reiter“ auf dem Filmfest Dresden, den Grand Prix International des Tampere Short Film Festival und den Preis der Jury am Kurzfilmfestival Hamburg. Krebitz lebt und arbeitet in Berlin.

Susann Maria
Hempel

„Sieben Mal am Tag beklagen wir unser Los und nachts stehen wir auf, um nicht zu träumen“, 2014

Der Film erzählt die Leidensgeschichte eines Mannes, der im Kreislauf seiner eigenen Zerstörungsgeschichte gefangen ist. Der Titel des Films rekurriert Psalm 119: „Sieben Mal am Tag singe ich dein Lob und nachts stehe ich auf, um Dich zu preisen“. Dieser ist der Grundsatz für das christliche Stundengebet, dessen Texte in mittelalterlichen Stundenbüchern festgehalten sind. Hempels Film besteht aus mechanisch animierten Tableaus mit Miniaturen, Ornamenten und Spruchbändern, die sich an der gestalterischen Struktur der Stundenbücher orientieren und ein monströses Puppentheater entstehen lassen. In dieser so eindrücklich wie skurril anmutenden Kulisse erzählt der Film von einem Leben, in dem Gewalt und Missbrauch zum Alltag gehören.

Biografie

Susann Maria Hempel wurde 1983 in Greiz geboren. Sie studierte Mediengestaltung an der Bauhaus-Universität Weimar. Ihre Filme erhielten u.a. den Preis für den besten Beitrag zum deutschen Wettbewerb der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen, den Deutschen Kurzfilmpreis 2014 in der Kategorie Experimentalfilm und den Grand Prix Labo auf dem International Short Film Festival Clermont-Ferrand, Frankreich. Sie erhielt zudem mehrere Arbeitsstipendien der Kulturstiftung des Freistaats Thüringen, den Videokunst Förderpreis Bremen, das Karl Schmitt-Rottluff-Stipendium und das Berlin-Stipendium der Akademie der Künste. 2021 ist sie Villa Massimo-Stipendiatin.

IBB-Videoraum

Auch vor Ort im Museum können Sie Videokunst sehen: In unserem IBB-Videoraum werden im monatlichen Wechsel Künstler*innen präsentiert, die durch einen innovativen Umgang mit den Medien Film und Video aufgefallen sind.

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Foto: Eine halbrunde Tribüne mit drei Stufen als Sitzfläche gegenüber einer raumhohen Filmprojektion in einem schwarzen Raum.
Der IBB-Videoraum in der Berlinischen Galerie
© Noshe

Die Realisierung erfolgt mit freundlicher Unterstützung der